Markus Maier
Markus Maier
18. Januar 2023
Sicheres Verlegen und Verfugen von Glasmosaik Urheber/Quelle: "Hilton Frankfurt Airport"

Anspruchsvolle Architektur und modernstes Design lassen Glasmosaike in einem neuen Glanz erscheinen. Durch verschiedenste Farbverläufe, Dekore und Motive ist es möglich, höchste Ansprüche an Ästhetik und Design umzusetzen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Jedoch stellt die Verlegung von Glasmosaik beachtliche Anforderungen an das handwerkliche Geschick des Handwerkers und an die Qualitätseigenschaften der Verlegematerialien.

Arten von Glasmosaik

Am Markt haben sich verschiedene Mosaike etabliert, die sich in der Art der Verklebung bzw. des Verbundes unterscheiden.

Bei vorderseitig papierverklebten Glasmosaiken werden die einzelnen Mosaiksteine durch undurchsichtiges Papier zu einem Blatt zusammengeklebt. Die Rückseite und damit die Verlegeseite ist unbedeckt und steht somit vollständig als Verklebefläche zur Verfügung. Bei der Verlegung besteht jedoch für den Handwerker die Schwierigkeit darin, dass er den Fugenabstand und die Planarität der einzelnen Mosaiksteine oft nicht genau erkennen kann. Um noch Korrekturen vornehmen zu können, muss das Papier somit abgezogen werden, bevor der Klebemörtel erhärtet ist.

Daher bieten viele Mosaikhersteller vorderseitig folienverklebte Mosaike als Alternative an. Durch eine transparente, dünnschichtige Folie lassen sich Fehler beim Einlegen leichter erkennen und die einzelnen Mosaiksteine besser positionieren und egalisieren.

Die am meisten anzutreffende Lieferform ist die Variante der rückseitig netzverklebten Mosaike. Hier werden die einzelnen Mosaiksteine rückseitig mit einem Netz verklebt. Nachteilig ist hier, dass sich durch das Netz die Kontaktfläche um bis zu 50 % reduziert. Auch ist es möglich, dass sich bei Dauernassbelastung die Netzverklebung auflöst („verseift“) und darüber hinaus auch als mögliche Nährstoffquelle für Mikroorganismen dient. Daher ist von einer Verwendung dieses Mosaiks in Nassbereichen abzuraten.

Arten von Glasmosaik
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Verlegung und Verfugung

Maßgeblich entscheidend für den Erfolg einer Verlegung von Glasmosaik ist die fachgerechte Vorbereitung des Untergrundes, denn Unebenheiten im Untergrund können durch die einzelnen Mosaiksteine nicht ausgeglichen werden. Hier würden Aufzahnungen im Belag entstehen und das Gesamtbild trüben. Es ist also ein absolut planebener Untergrund notwendig, so dass das Mosaik eine einheitliche Oberfläche ergibt. Es wird empfohlen, im Zuge der Untergrundvorbereitung grobe Ausgleichsarbeiten mit einem Feinspachtel oder Ausgleichsmörtel durchzuführen. Gerade bei transparentem Mosaik muss nachfolgend mit einem weißen Kleber ein entsprechender gleichmäßig weißer Untergrund geschaffen werden. Um die letzten Feinheiten auszuarbeiten, kann es durchaus notwendig sein, die Oberfläche mit einem feinen Schleifpapier nachzuarbeiten.

Nach dem Austrocknen des geglätteten Untergrundes muss der Handwerker sein Augenmerk auf die möglicherweise notwendige Orientierungshilfe legen. Da selbst Bleistiftlinien nach Fertigstellung durch das Mosaik hindurch scheinen und so nachträglich das Gesamtbild ruinieren können, bietet es sich an, mit einem Laser zu arbeiten.

 

Bildquelleqlle: „Hilton Frankfurt Airport“

Für das Aufzahnen des Verlegematerials ist ein Zahnspachtel von 2-3 mm das passende Werkzeug. Anschließend wird das Mosaikblatt in das Kleberbett eingelegt und mit einem Fugenbrett eingeklopft.

Auf diese Weise werden nachfolgend auch die übrigen Mosaik-Blätter eingelegt. Hier ist darauf zu achten, dass der Abstand der Blätter dem Abstand der einzelnen Mosaiksteine entspricht. Dies lässt sich leicht sicherstellen, wenn die Mosaikblätter im so genannten Halbverband verlegt werden. Falls der Handwerker noch kleine Korrekturen vornehmen muss, kann dies vor dem Abbinden des Verlegemörtels problemlos erfolgen.

Um bei Mosaikbelägen später eine ordnungsgemäße, fleckenfreie Verfugung sicherzustellen, ist es notwendig, eventuell in den Fugenkammern vorhandenen Verlegemörtel vor der Erhärtung gleichmäßig tief zu entfernen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Kleberstege durch das Fugenmaterial abzeichnen.

Die Wahl des richtigen (Verlege-) Materials

Die Wahl des richtigen (Verlege-) Materials

Da Glasmosaike kein Wasser aufnehmen können, ist die Haftung mit rein zementären Klebern schwierig. Um eine bessere Haftung zu erreichen, kann der Handwerker dem zementären Kleber Zusätze, beispielsweise Flüssigdispersionen, beimischen. Bei hoher oder ständiger Wasserbelastung des Mosaikbelags sollte die Verlegung jedoch mit Epoxidharz-Mörtel erfolgen. In den letzten Jahren haben sich die Eigenschaften epoxidharzbasierter Verlege- und Verfugungsmaterialien signifikant verbessert. Dies betrifft nicht nur die komfortablere Verarbeitbarkeit beim Verlegen, sondern explizit auch das Verfugen der Flächen. Die neusten Generationen dieser Materialien ermöglichen die Verfugung des Mosaiks fast wie bei zementären Fugenmörtel. Auch das Waschverhalten der neuen epoxidharzbasierten Produkte entspricht dem des zementären Fugenmörtels.

Die allseits bekannten Restschleier vergangener Generationen von Epoxidharzmörteln gehören der Vergangenheit an. Der Handwerker muss weder heißes Wasser noch besondere Epoxi-Schwämme einsetzen, das Anemulgieren mit einem klassischen Schwammbrett und Wasser reicht aus.

Ein weiterer Vorteil bei der Verfugung mit den neuen Epoxidharzmörteln ist deren hohe Beständigkeit. Im Gegensatz zu zementären Fugenmörteln sind ausgewaschene Fugen – mitunter hervorgerufen durch säurehaltige Reiniger – nicht mehr zu befürchten.

 

Und nicht zuletzt muss der Verleger auch die individuelle Gestaltung der Motive berücksichtigen. Gerade im Bereich hochwertiger und künstlerischer Mosaikbilder mit verschiedensten Farbverläufen ist es oft gewünscht, dass die Fuge bzw. die Fugenfarbe in den Hintergrund rückt und das Mosaikbild optisch nicht stört. Dies kann der Verleger mit Hilfe der neuesten Generation von epoxidharzbasierten Mörteln einfach umsetzen, indem er je nach Motiv einen farblich passenden oder einen transparenten Fugenmörtel wählt, der sich unauffällig in das Gesamtbild integriert und das Motiv in den Fokus rückt.

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