Fugen sind die Schwachstellen in keramischen Belägen, erfüllen zugleich aber wichtige Funktionen. Sie müssen Spannungen durch Temperaturen oder vom Untergrund auffangen, Bauteile verbinden und Hohlräume auffüllen. Je nach Farbwahl werten sie Keramikbeläge optisch auf und sind oft ein echter Eyecatcher. Meist kommt in privaten Bädern zementärer Fugenmörtel zum Einsatz, weil dieser einfacher zu verarbeiten und kostengünstiger ist als beispielsweise Reaktionsharzmörtel.
Bei unsachgemäßer Reinigung werden zementäre Fugen aber schnell zum Schadensfall und ein unschöner Hingucker. Das liegt an den üblicherweise verwendeten sauren Reinigungsmitteln und daran, wie die Materialzusammensetzung zementärer Fugenmörtel darauf reagiert.
Kann ich den Epoxidharzfugenmörtel einfach auf die noch vorhandenen Fugen auftragen oder muss ich den alten Fugenmörtel vorher entfernen? Wenn ja, wie entferne ich das alte Fugenmaterial? Vor allem die vertikalen Fugen sind ja nicht ausgewaschen, bieten also m. E. nach nicht ausreichend Materialstärke.
Hallo Herr Lehmann,
ja, Sie haben das Problem erkannt. Auf noch volle Fugen kann der Epoxi-Fugenmörtel nicht aufgebracht werden. Es wird eine Fugentiefe von mind. 3 mm benötigt.
Fugen, die nicht tief genug sind, könnten durch Ausschleifen/Ausschneiden mit geeignetem Werkzeug, z.B. Fein-Fugenschneider, vertieft werden. Aber Vorsicht, hier ist sehr viel Sorgfalt erforderlich, das Risiko, die Fliesenkanten zu beschädigen, ist groß.
Wir hoffen, hiermit weiterzuhelfen.
Herzliche Grüße
Markus & Markus
Ist der Epoxidharzfugenmörtel auch sinnvoll gegen Verschimmelung ?
Hallo Herr Stankowski,
interessante Frage, wir antworten gerne.
Epoxifugen können genauso wie zementäre Fugen von Schimmelpilz befallen werden. Übrigens auch andere Oberflächen, besonders wenn diese eine gewisse Porigkeit aufweisen. Mikroorganismen, die Verursacher von Schimmelpilz, können sich an den Poren festkrallen und wenn sie dann gute Lebensbedingungen, also Nahrung, Wärme und Feuchtigkeit vorfinden, wachsen sie. Übrigens kennt man diesen Sachverhalt auch in Verbindung mit Silikonfugen, siehe: Zur Sache Nr. 03
Der Vorteil von Epoxifugen ist jedoch, dass sie diese unbesorgt auch mit aggressiveren Reinigungsmittel säubern können. Für das Entfernen eignen sich insbesondere Reiniger, die Chlorbleichlauge enthalten. Wir haben hier gute Erfahrung mit: chlorbleichlaugehaltiger Reiniger. Den kann man auf die betroffenen Stellen satt aufpinseln und mehrere Stunden einwirken lassen. Z.B. abends, wenn das Bad nicht mehr benutzt wird, dann muss man nicht den unangenehmen Chlorgeruch aushalten. Am nächsten Tag dann einfach mit Wasser abspülen, bei hartnäckigen Flecken abbürsten und ggf. Vorgang wiederholen.
Das kann man auch als vorbeugende Maßnahmen tun, die desinfizierende Wirkung hält eine Weile an.
Wir hoffen, damit weiterzuhelfen.
Herzliche Grüße
Markus & Markus