Markus Balleisen
Markus Balleisen
08. Juli 2026
Fliesen auf Balkon, Terrasse und Laubengang – sichere Verlegesysteme Terrassen und Balkone erweitern den Wohnraum und schaffen Lebensqualität

Fliesenbeläge im Außenbereich sind starken Beanspruchungen ausgesetzt. Hohe Erwärmung durch Sonneneinstrahlung, Regen, Schnee und Eis, und die Nutzung (Mobiliar, Blumenträge,...) setzen den Belägen zu. Die Beläge müssen diese Beanspruchung aushalten. Außerdem sollen sie wasserdicht sein, damit die darunterliegenden und angrenzenden Bauteile vor Nässe geschützt sind. Das sind hohe Ansprüche. Wie können diese Beläge so erstellt werden, dass eine langjährige Haltbarkeit gegeben ist? Nachfolgend sind verschiedene Systeme aufgeführt, die dies ermöglichen.

PCI-System I, Balkon. Konstruktion nach DIN 18531-5 mit AIV-F

Bei diesem Konstruktionsaufbau wird auf einen Estrich, der mit mind. 1,5% Gefälle erstellt ist, eine Verbundabdichtung aus der flexiblen Dichtschlämme PCI Seccoral 1K oder PCI Seccoral 2K Rapid aufgebracht. Diese normengerechte Abdichtung sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit ins Gebäude oder in Gebäudeteile eindringt.

Darauf wird der Fliesenbelag mit dem flexiblen Verlegemörtel PCI Nanorapid im kombinierten Verfahren (buttering-floating) verlegt. Dabei ist darauf zu achten, dass eine möglichst hohlraumfreie Bettung der Fliesen erreicht wird.

Zur sicheren Entwässerung des Belags ist ein geeignetes Randabschlussprofil, ggfs. in Kombination mit einer Ablaufrinne, vorzusehen.

Aufbau:

  • Gefälleestrich. Alternativ Gefällespachtelung aus PCI Pericret oder PCI Polycret 50
  • Abdichtung aus PCI Seccoral 1K oder PCI Seccoral 2K Rapid. Einlegen von Dichtband PCI Pecitape 120 im Anschluss zu aufgehenden Bauteilen und im Übergang zum Randabschlussprofil. In Ecken sind die Dichtecken PCI Pecitape 90 °A und PCI Pecitape 90 °I zu integrieren.
  • Hohlraumarmes Verlegen der Fliesen mit PCI Nanorapid.
  • Verfugen des Belags mit PCI Nanofug Premium.
  • Schließen von Bewegungsfugen mit Silikon-Dichtstoff PCI Silcoferm S.
PCI-System I, Balkon. Konstruktion nach DIN 18531-5 mit AIV-F
PCI-System I, Terrasse

PCI-System I, Terrasse

Das Abdichten von Terrassen ist normativ nicht geregelt. Die Fachleute des Fliesenverbandes jedoch haben diese Notwendigkeit erkannt und „erdberührte Terrassen“ deshalb in ihrem Merkblatt „Aussenbeläge“ in den Bereichen aufgezählt, die mit einer AIV-F (Abdichtung im Verbund-Flüssig) versehen werden sollen.

Der links gezeigte Konstruktionsaufbau ist identisch mit dem oben gezeigten, jedoch ist anstelle eines Randprofils ein „Entwässerungsstreifen“ aus durchlässigem Kies vorgesehen. Damit ist sichergestellt, dass das Oberflächenwasser verlässlich und schnell entweichen kann. Würde der Rasen bis an die Fliesenkante ragen, wäre die Entwässerung nicht gewährleistet. Außerdem könnten Huminsäuren unter den Belag eindringen und sich schädigend auswirken.

PCI-System III, Balkon / Terrasse, Konstruktion nach DIN 18531-5 mit AIV-B

Dieses System unterscheidet sich von den o.g. dadurch, dass für das Abdichten keine AIV-F sondern eine AIF-B (Abdichtung im Verbund – Bahnen) vorgesehen ist.

Die Anwendung von bahnenförmigen Verbundabdichtungen ist in der Praxis erprobt und genauso funktionsfähig wie die von Dichtschlämmen. Sie ist seit August 2025 in o.g. Norm verankert.

Für dieses System können die bahnenförmigen Verbundabdichtungen PCI Pecilastic W (nur auf trockenen Untergründen) oder PCI Pecilastic U (auf trockenen und feuchten Untergründen) eingesetzt werden.

PCI-System III, Balkon / Terrasse, Konstruktion nach DIN 18531-5 mit AIV-B
PCI-System II, Balkon / Terrasse. Großformatige Fliesen und Naturstein

PCI-System II, Balkon / Terrasse. Großformatige Fliesen und Naturstein

Sollen Beläge aus großformatige Fliesen (Format >0,25 m²) oder Naturstein erstellt werden, muss folgendes berücksichtigt werden:

Beläge aus großformatige Fliesen haben einen geringen Fugenanteil. Regenwasser, das in den Belag eingedrungen ist und sich unter den Fliesen verteilt hat, kann nur noch sehr langsam austrocknen. Bei Frosteinwirkung nimmt das Volumen des Wassers zu, es kommt zu enormen Drücken im Belagsaufbau und zu „Frostschäden“.

Bei Belägen aus Naturstein sorgt das eingedrungene Wasser möglicherweise zu Verfärbungen und Flecken.

Dem lässt sich dadurch begegnen, dass zwischen Abdichtung und Belag eine entwässerungsfähige Drainschicht erstellt wird.

Somit ergibt sich folgender Aufbau:

  • Gefälle wie o.b.
  • Abdichtung wie o.b.
  • Drainmörtel aus PCI Quarzsand DM 1-4 mit Bindemittel PCI Epoxigrund 390
  • Verlegen mit PCI Nanorapid, entweder frisch in frisch oder auf erhärtetem Drainmörtel.
  • Verfugen wie o.b.
  • Schließen von Bewegungsfugen wie o.b.

Fazit

Es stehen verschiedene, funktionstüchtige System zur Verfügung, mit dem Fliesen- und Natursteinbeläge im Außenbereich sicher erstellt werden können.

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