Markus Balleisen
Markus Balleisen
07. Juni 2023
Fugenmörtel aus Zement oder Reaktionsharz (Epoxi) – welcher ist der Richtige?

Mörtel, mit denen die Fugen zwischen Fliesen gefüllt werden, müssen verschiedenste Anforderungen erfüllen. In dekorativen Bereichen sollen sie optisch ansprechend sein und das Gesamtbild des Belags abrunden. In mechanisch und/oder chemisch beanspruchten Bereichen sollen sie robust und widerstandsfähig sein und schließlich soll Aussehen und Funktionalität auf Dauer gegeben sein. Moderne Fugenmörtel erfüllen diese Anforderungen. Grundsätzlich stehen Fugenmörtel, hergestellt mit dem Bindemittel Zement und Fugenmörtel, hergestellt mit dem Bindemittel Reaktionsharz (Epoxi) zur Verfügung. Wann setzt man nun welchen ein?

1. Geprüfte Qualität

Eine erste Orientierung über die Qualität eines Fugenmörtels liefert die Klassifizierung nach DIN EN 13888. Darin wird unterschieden in zementhaltige Mörtel (CG) und Reaktionsharzmörtel (RG), außerdem nach normalen zementhaltigen Mörteln (1) und verbesserten zementhaltigen Mörteln (2).

o CG1: normalabbindende Mörtel
o CG1F: schnellabbindende Mörtel
o CG2: normalabbindende Mörtel mit zusätzlichen Merkmalen
o CG2F: schnellabbindende Mörtel mit zusätzlichen Merkmalen
o RG: Reaktionsharz-Fugenmörtel.

Fugenmörtel, die den Anforderungen nach DIN EN 13888 entsprechen, erfüllen folgende Eigenschaften:
CG1:
o Abriebbeständigkeit
o Biegefestigkeit nach Trockenlagerung
o Biegefestigkeit nach Frost-Tau-Wechseln
o Druckfestigkeit nach Trockenlagerung
o Druckfestigkeit nach Frost-Tau-Wechseln
o Schwindung
o Wasseraufnahme nach 30 min
o Wasseraufnahme nach 240 min

CG1F:
o Alle o.g. Anforderungen, und zusätzlich:
o Frühe Druckfestigkeit

CG2 und CG2F:
o Alle o.g. Anforderungen, und zusätzlich:
o Besonders hohe Abriebbeständigkeit
o Verringerte Wasseraufnahme nach 30 min
o Verringerte Wasseraufnahme nach 240 min

RG:
o Abriebbeständigkeit
o Biegefestigkeit nach Trockenlagerung
o Druckfestigkeit nach Trockenlagerung
o Schwindung
o Wasseraufnahme nach 240 min

Fugenmörtel, die die Anforderungen erfüllen und zusätzliche Merkmale aufweisen, sind gekennzeichnet mit W für verringerte Wasseraufnahme und A für besonders hohe Abriebbeständigkeit.
Beispiel: PCI Nanofug Premium, klassifiziert nach DIN EN 13888 in CG2 WA ist also ein „verbesserter zementhaltiger Mörtel mit verringerter Wasseraufnahme und hoher Abriebbeständigkeit“.
Anhand der genannten Norm kann also eine erste Einschätzung über die Eigenschaften eines Fugenmörtels vorgenommen werden.

2. Zementär oder Epoxi - Unterscheidung in der Praxis

Nur wenige werden sich mit der o.g. Norm auseinandersetzen, sondern vielmehr ihre Auswahl anhand der tatsächlich vorkommenden oder zu erwartenden Beanspruchung vornehmen. Dabei wird primär interessieren:

o   Wie hoch ist die mechanische Belastung durch z.B. schleifende Beanspruchung?

o   Wie hoch ist die Nassbelastung?

o   Werden die Fugen chemisch belastet, z.B. durch Reinigungsmittel? Wenn ja, in welcher Häufigkeit und Intensität?

Eine chemische Beanspruchung durch Reinigungsmittel findet nicht nur in Industrie- und Gewerbebereichen statt. Auch im häuslichen Bereich ist sie zu finden. Denken wir nur an die Bad- und Sanitärreiniger, die gerne eingesetzt werden, um Kalkrückstände vom Wasser, z.B. in der Dusche oder über Badewannen, zu entfernen. Diese Reinigungsmittel enthalten Säure. Nicht selten führt die Verwendung dieser Reinigungsmittel zu Beschädigungen an zementären Fugen, siehe nebenstehendes Bild.

Damit der richtige Fugenmörtel ausgewählt werden kann, ist also mit dem Auftraggeber die spätere Beanspruchung des Fliesenbelags zu klären. Zementäre Fugenmörtel können ausgewählt werden, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind:

  •  Nassbelastung von gering bis hoch möglich
  • Mechanische Beanspruchung je nach Klassifizierung des Fugenmörtels möglich
  • Anwendung von sauren Reinigungsmitteln nur in begrenztem Umfang möglich. Bad- und Sanitäreiniger dürfen nur kurzzeitig (<1 min.) einwirken. Fugen müssen vorgenässt sein. Reiniger mit klarem Wasser gründlich abspülen.

Die zementären Flexfugenmörtel PCI Nanofug und PCI Nanofug Premium sind hierfür die erste Wahl.

Sind diese Voraussetzungen jedoch nicht gegeben, raten wir dringend dazu, die Verfugung mit Epoxidharzfugenmörtel PCI Durapox NT/NT Plus oder                      PCI Durapox Premium auszuführen.

In häuslichen Bädern würden wir besonders zu PCI Durapox Premium raten. Vorteile:

  • Chemikalienbeständig. Resistent gegen saure Reiniger, Bad- und Sanitärreiniger, auch bei intensiver Anwendung
  • Große Farbauswahl, die Wünsche des Kunden können befriedigt werden
  • Keine Farbänderung bei Nassbelastung
  • Kleine Verpackungseinheiten (2 kg und 5 kg)
  • Einfache Verarbeitung, geschmeidiges Einfugen
  • Mit Schwammbrett und kaltem Wasser abwaschbar, fast wie bei zementären Mörteln
  • Mithilfe von PCI Durapox Finish kann Restschleier problemlos beseitigt werden.
2.	Zementär oder Epoxi - Unterscheidung in der Praxis
3.	ein Kompromiss – zementärer Spezial-Fugenmörtel

3. ein Kompromiss – zementärer Spezial-Fugenmörtel

In der Frage der Chemikalienbeständigkeit liegt der zementäre Spezial-Fugenmörtel PCI Durafug NT zwischen den beiden oben genannten.

PCI Durafug NT bildet bei der Erhärtung durch seine spezielle Zusammensetzung ein sehr dichtes, porenarmes Gefüge aus. Säuren können somit schlechter eindringen und wirken damit auch weniger schädigend. Man kann also zwar nicht von einer unbedingten Chemikalienbeständigkeit sprechen, aber von einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen saure Angriffe.

Außerdem ist PCI Durafug NT  widerstandsfähig gegen Hochdruckreinigung (bis 100 bar) und hohe mechanische Belastung. Dieser Fugenmörtel ist somit prädestiniert für Fliesenbeläge in Industrie- und Gewerbebauten, in Schwimmbecken und auf Beckenumgängen.

Die Lebensdauer von Fugen aus PCI Durafug NT ist also sicher länger als die von anderen zementären Fugenmörteln.

 

Fazit: Bei der Auswahl des Fugenmörtels ist also die spätere Beanspruchung zu berücksichtigen. Ist diese nicht klar definiert, sollte vorsichtshalber zu hochwertigem Epoxi-Fugenmörtel gegriffen werden.

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