Wand zu Wand, Wand zu Boden und Bauteilfugen – auf diesen Übergängen und Fugen liegt ein Augenmerk bei der Abdichtung im Sanitärbereich. Auch Wanddurchdringungen wie beispielsweise Rohre, Abläufe, Rinnen und Installationsboxen sind besonders neuralgische Stellen. Weiter stehen im Fokus der Betrachtung zudem die Übergänge von Bade- und Duschwannen zum Baukörper sowie die Ausführung im Bereich von Türen.
Dicht bis ins Detail
Bei der Abdichtung kommt es auf das Detail an.
Die DIN 18534 regelt das normgerechte Abdichten in Innenräumen. Neben der Flächenabdichtung legt die Norm auch Detailausführungen fest, und wie diese auszuführen sind: Übergänge, An- und Abschlüsse sowie Verbindungen der Abdichtungsschicht an Einbauteile
Welche Detailausführungen sind zu betrachten?
Übergang zur Flächenabdichtung
Übergang zur Flächenabdichtung
Flüssig zu verarbeitende Verbundabdichtungen wie z.B. Dispersionen oder rissüberbrückende mineralische Dichtungsschlämmen werden in der Fläche mindestens zweimal aufgetragen und stellen so eine sichere Abdichtung dar.
Teil 3 der DIN 18534 gibt auch vor, wie Verarbeiter Flächen z.B. durch systemkonforme Dichtbänder verbinden können oder an den Übergängen hinterlaufsicher einzuarbeiten haben.
Diese Materialien müssen im System mit dem Abdichtungsmaterial geprüft sein und z.B. im allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP) ebenfalls erfasst sein.
Für schwer abzudichtende Eckbereiche, das sind rechtwinklige Innen- und Außenecken, sind vorgefertigte Formstücke (Innen- und Außenecken) zu verwenden.
Einsatz von Schnittschutzbändern
In der Norm wird auch ein möglicher Austausch der Silikonfugen berücksichtigt.
Damit Dichtbänder nicht beschädigt werden, sind Maßnahmen erforderlich, idealerweise durch Schnittschutzbänder. Richtig eingelegt verhindern sie das Durchtrennen der dahinterliegenden Dichtbänder.
Der Schutz der Abdichtung durch den Einsatz Schnittschutzbändern ist seit Oktober 2025 auch Bestandteil der DIN 18534.
Durchdringungen sicher abdichten
Besonders heikle Stellen in der Abdichtungsebene stellen Durchdringungen von Wasserleitungen, Abflussrohren oder Abläufen/Rinnen dar.
Manschetten mit flexibler gummiartiger Dichtlippe reichen für die Wasserdichtigkeit im Wandbereich aus und sind in die Abdichtungsschicht einzubinden. Natürlich müssen auch diese entweder im allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP) oder in der Europäische Technische Bewertung (ETA) integriert sein.
Dichtbänder oder Dichtmanschetten sind bei der Einbindung in die Flächenabdichtung mit einer Mindestbreite von 50 mm einzuarbeiten. Auch die Überlappung zweier Bänder muss 50 mm betragen. Die minimal einzuhaltenden Flanschbreiten von Einbauteilen wie Bodenabläufen oder Rinnen betragen je nach Wassereinwirkungsklasse und vorhandenen Prüfungen mindestens 30 bzw. 50 mm.
Duschrinnen oder Abläufe mit werkseitig angebrachter Dichtmanschette sind ebenfalls möglich. Sie lassen sich in allen Wassereinwirkungsklassen (W0-I bis W3-I) einsetzen. Mindestflanschbreiten sind dafür nicht vorgeschrieben; die Einbindebreite in die Flächenabdichtung und die Eignung von Dichtkleber, Dichtband und Flächenabdichtung muss allerdings nachgewiesen werden.
Für Bodenabläufe und Rinnen gilt: Sie sind an der tiefsten Stelle so anzuordnen, dass der Wasserabfluss nicht behindert wird. Praktisch lässt sich dies beispielsweise erreichen, wenn die Oberseite des Ablaufflansches bündig oder leicht vertieft mit der Estrichoberfläche abschließt.
Andichtungen an Bade- und Duschwannen
Die Bereiche unter und hinter Bade- oder Duschwannen sind besonders vor Wassereinwirkung zu schützen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten der Ausführung:
Entweder führt der Handwerker die Abdichtung unter und hinter der Wanne fort und ermöglicht ggf. den Wasserabfluss oder er kann den Wannenrand an die Abdichtung anschließen, was sich beispielsweise mit Wannenrand-Dichtbändern umsetzen lässt.
Dabei muss besonders sorgfältig vorgegangen werden indem der Klebebereich des Wannenrandes gründlich gereinigt wird und die teils starken Rundungen der Ecken durch Eckfüllstoffe aus Butylstreifen zu einem rechten Winkel modelliert werden.
Zu beachten ist, dass Dichtstofffugen am Wannenrand keine Abdichtung im Sinne der Norm darstellen.